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Die digitale Transformation der privaten Krankenversicherungen

Veröffentlicht am: 27. Dezember 2022

Durch die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens beginnt für die privaten Krankenversicherungen (PKV) eine aufregende Entwicklung. Der digitale Wandel stellt sie einerseits vor besondere Herausforderungen, andererseits bietet er auch enorme Chancen und die Möglichkeit für eine Vielzahl neuer Geschäftspotenziale.

Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) beschließt der Gesetzgeber im Jahr 2004 die Etablierung einer interoperablen und sektorübergreifenden Informations-, Kommunikations- und Sicherheitsinfrastruktur – der Telematikinfrastruktur (TI) – als Basis für eine digitale und sichere Vernetzung im Gesundheitswesen. Sie vernetzt alle Beteiligten im Gesundheitswesen und soll die Grundlage für einen sicheren Austausch von personenbezogenen medizinischen Daten und Informationen bilden.

Auch für die PKV ist die TI das Mittel und vielfach die Grundvoraussetzung, um zukünftig die Potenziale der Digitalisierung für eine leistungsfähige und effektive Versorgung zu ermöglichen. Wichtige TI-Anwendungen wie z. B. die elektronische Patientenakte (ePA), das elektronische Rezept (eRezept), die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), die elektronische Rechnung (eRechnung) und die digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) schaffen viele Möglichkeiten, Kundenservice und Prozessabläufe zu verbessern und zu verschlanken.

Eines der wichtigsten strategischen Ziele für die PKV wird mittelfristig die Einführung und Etablierung der ePA sein. Die ePA bildet ein zentrales Element für alle wichtigen digitalen Anwendungen im Gesundheitswesen, da sie alle Gesundheitsdaten bündelt und sie für Versicherte und Leistungserbringer – jederzeit an jedem Ort – verfügbar und abrufbar macht.

Die Anbindung an die TI und somit der Zugang zur ePA und allen wichtigen TI-Anwendungen, ermöglicht es der PKV auch in Zukunft:

  • den Ansprüchen und Wünschen ihrer Versicherten gerecht zu werden
  • sich als Innovationstreiber eines wettbewerbsfähigen privaten Krankenversicherungssystems zu positionieren
  • effizientere Prozesse durch die Verwendung strukturierter Daten zu entwickeln
  • eine schnellere und sichere Kommunikation anzubieten und somit eine bessere und nachhaltigere Kundenbindung zu ermöglichen
  • geringere Ausgaben und Kosteneinsparungen durch frühere Präventionsmaßnahmen und Unterstützungs- und Rehabilitationsangebote zu realisieren
  • zusätzliche Geschäftsmodelle durch individuelle Produkt- und Serviceangebote für Versicherte anzubieten.

Um ihren Versicherten in Zukunft die Nutzung der ePA zu ermöglichen und somit den Zugang zur TI und allen relevanten TI-Anwendungen zu gewährleisten, müssen PKVn aus unserer Sicht die folgenden notwendigen technischen sowie organisatorischen Pflichten und Anforderungen erfüllen:

  • Die Sicherstellung der für die Einführung der ePA notwendigen Vergabe einer Krankenversichertennummer über denService des PKV-Konnektors (PKV-Verband) zur automatisierten Abrufung der Rentenversicherungsnummer und letztlich Erstellung der Krankenversichertennummer ab 01.10.2022.
  • Die Gewährleistung des Zugangs zur TI über die Bereitstellung digitaler Identitäten aufbauend auf der Verpflichtung des Gesetzgebers im Sinne der Telematikinfrastruktur (§ 362 SGB V) ab dem 01.01.2023
  • Die in diesem Zusammenhang notwendige Auswahl und Integration eines Ident-Anbieters zur Registrierung und Nutzung der ePA
  • Die Entscheidung über den Einkauf einer White-Label-ePA-App über:
    • einen gematik-zertifizierten Anbieter oder
    • die interne Entwicklung oder
    • in Zusammenarbeit mit einem geeigneten Dienstleister, hybride Entwicklung einer eigenen ePA-App zur Anbindung an die TI.

Unsere Schlüsselfragen:

Wie können private Krankenversicherungen die Potenziale der TI und der damit verbundenen digitalen Services optimal nutzen, um ihre Unternehmensziele zu erreichen? Welche Chancen bietet die TI, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben und sich durch personalisierte und situationsabhängige Produkt- und Serviceleistungen als moderner Gesundheitsdienstleister zu positionieren? Wie können digitale Services die Customer Journey der Versicherten erleichtern und gleichzeitig individuelle Mehrwerte schaffen?

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wir würden uns freuen, diese Schlüsselfragen mit Ihnen zu diskutieren, unsere Erfahrungen im Gesundheitsmarkt und unsere langjährige Erfahrung aus der Strategieberatung hinsichtlich der erfolgreichen Umsetzung ähnlicher Themen mit Ihnen zu teilen!

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